slider1.jpgslider2.jpgslider3.jpg

Keynote 1 - Prof. Dr. Paul Mecheril

Bildung heute.  Migrationspädagogische Überlegungen

Bewegungen von Menschen über Grenzen hat es zu allen historischen Zeiten und fast überall gegeben. Migration ist eine universelle menschliche Handlungsform. Die Überschreitung von Grenzen war hierbei immer ein bedeutender Motor gesellschaftlicher Veränderung und Modernisierung.

Von dieser Tatsache der Migrationsgesellschaftlichkeit ist Pädagogik in vielerlei Hinsicht grundlegend betroffen. Nicht nur gewohnte Praxen und Institutionalisierungsformen pädagogischen Handelns, auch pädagogische Selbstverständnisse und Programme werden unter Bedingungen der Vielfalt von Lebensäußerungen und -formen sowie demokratisch letztlich nicht legitimierbarer Ungleichheit und Herrschaft in ihrem prekären Status besonders sichtbar. Der thematische Zusammenhang Migration und Bildung gilt hierbei mittlerweile als allgemein wichtiges Thema und pädagogisches Können in der Migrationsgesellschaft kann inzwischen als Querschnittsaufgabe für pädagogischer Professionalität gelten. Doch was ist pädagogisches Können in der Migrationsgesellschaft?

Zwei Thesen will ich in meinem Vortrag etwas genauer ausführen. Erstens sind Konzeptionen pädagogischer Professionalität in der Migrationsgesellschaft kurzschlüssig, einseitig und problematisch, die pädagogisches Handeln in der Migrationsgesellschaft auf die „Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund“ beschränken. Eine wesentliche Aufgabe pädagogischen Könnens unter gegenwärtigen Bedingungen wäre es folglich, der Pluralität migrationsgesellschaftlicher Positionen und (Bildungs-)Biographien Rechnung zu tragen und dabei gleichzeitig stereotype und stigmatisierende Fest- und Zuschreibungen zu reflektieren und zu vermeiden. Die Struktur migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse kommt zweitens nur einseitig, verkürzt und problematisch in den Blick, wenn sie auf kulturelle oder sprachliche Unterschiede reduziert wird. 

Abstract