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Keynote 3 - Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek

Sprachsensibel unterrichten – in allen Fächern

Kognitiv und sprachlich heterogene Lerngruppen und Schulkassen sind seit langem Realität; im Kontext der jüngeren Migrationsbewegungen sowie der Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention in Form inklusiven Unterrichts nehmen Diversität und die Heterogenitätsspanne weiter zu. Die  kognitiven und sprachlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich deutlich und stellen für die Lehrpersonen erhebliche Herausforderungen dar. Mit Blick auf die sprachliche Heterogenität kommt dem sprachsensiblen oder sprachbewussten Unterricht bei deren Bewältigung eine herausragende Bedeutung zu. Er gilt als eine wichtige Möglichkeit, didaktisch auf die unterschiedlichen sprachlichen Lernvoraussetzungen zu reagieren.

Denn Sprache spielt im Unterricht aller Fächer eine wichtige Rolle – und zwar nicht nur als Mittel der Kommunikation, sondern auch als Mittel des fachlichen Wissenserwerbs. Die epistemische, wissensbildende Funktion der Sprache rückt zunehmend in den Fokus, und zwar sowohl als Ermöglichung fachlichen Lernens, aber auch als Hürde bei unzureichenden sprachlichen Fähigkeiten. Dabei geht es um mehr als den Erwerb und den richtigen Gebrauch der jeweiligen Fachsprache. Allerdings handelt es sich hierbei um ein vages, unscharfes Konstrukt, worunter sehr unterschiedliche didaktische Konzepte und Maßnahmen verstanden werden. Der Beitrag behandelt daher die folgenden Fragen:

  • Wie hängen fachliches und sprachliches Lernen zusammen?
  • Welche Rolle spielt die Sprache in den fach- und gegenstandsbezogenen Lehr-Lernprozessen?
  • Welche empirischen Ergebnisse liegen vor?
  • Was folgt daraus für Forschung und Praxis?

Mit der Fach- und der Bildungssprache stehen zwei sprachliche Register zur Verfügung, die in besonderer Weise zur Verarbeitung von komplexen Inhalten geeignet sind. Im Vortrag soll gezeigt werden, wie diese Sprachformen für das Lehren und Lernen im Unterricht unterschiedlicher Fächer genutzt werden können und welche Wirkungen sich zeigen.

Abstract